Mittwoch, 23. Februar 2011

Bad Kleinkirchheim. Vom Berg in die Therme. 3 und letzter Teil.

Mit knapp einer Woche Abstand kann ich jetzt schon sagen, dass sich der Ausflug nach Bad Kleinkirchheim gelohnt hat. Auch weil ich zwischenzeitlich in anderen Skigebieten war und so das in den Nochbergen erlebte möglicherweise auch mit einem anderen Blickwinkel sehe. Fakt ist, dass wir von St. Oswald (Brunnach Nationalparkbahn), die gesamte Skischaukel (ich weiß nicht ob man das hier so sagen darf bzw. ob die Verantwortlichen das auch so sehen) bis hinüber zur Kaiserburgbahn und der Franz Klammer Piste wartezeitenfrei absolvieren konnten - was für die Kärntner Ferienwoche verwunderlich war.

Die Abfahrt über die Franz Klammer Piste war ein Erlebnis für sich. Wir fanden sogar blaue Markierungen vor. Tage zuvor war hier wohl ein Rennen (Europacup). Unten angekommen ging es prompt wieder hinauf (@Eaglepowder lechzte eigentlich schon nach einer Pause). Diesmal bis zur Mittelstation. Jetzt war dann Pause. Dann zum Strohsack Lift und schon waren wir wieder bei der Maibrunnstrecke. Die Abfahrt dieses Mal im dichten Nebel - weniger Spass, dafür spannend. Aufgrund des Wetters beschlossen wir wieder hinüber nach St. Oswald zu pendeln.

Das Verbindungstück unter der Straße durch wurde sogar filmtechnisch festgehalten (Bitte nicht ganz ernstzunehmen). Über die 2 Sonnwiesbahnen und dem Priedröflift kammen wir schnell hinauf zum Priedröf. Ein wenig Ortskenntniss hatten wir ja schon. Unser Ziel war die Weltcup Poldl Hütte (ein Geheimtipp, sagt man). Wir konnten diese schlussendlich im Nebel finden nachdem wir über den Höhenlift, der Seenabfahrt und der Schartenbahn die St. Oswalder Seite des Skigebietes auf dem kürzesten Weg querten.


Eigentlich hätten wir eine echte "Kärtna Frigga" essen wollen - nachdem wir aber recherchiert hatten, was das sei, hat sich @Eaglepowder doch für einen Käsekraineren entschieden. Ich blieb auf Diät, wenn man den vom Hüttenwirt spendierten Schnaps wegzählt. Über den Herrn Poldi lässt sich auch einiges erzählen. In den 70iger Jahren war Poldi Weltcup-Fahrer (ganze 3 Weltcuppunkte konnte er ergattern) und einmal sogar vor dem berühmteren Ingemar Stenmark landen. Alle Angaben ohne Gewähr. Bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen ist die Poldi Hütte (respektive die Terasse) wohl kaum ohne Platzangst zu betreten.



Nach ein paar "Drinks" verabschiedeten wir uns von den Pisten mit der letzten Abfahrt zum Parkplatz Brunnach Nationalparkbahn, um das nächtliche Quartier zu beziehen. Es waren noch ca. 2 Stunden bis zum Abendessen. Diese wurden intensiv genutzt. Ich gönnte mir ein kleines Läufchen. Bestens eingewiesen von Christian, dem Chef des Hauses Berghof. Gelandet bin ich dann letztendlich am St. Oswald Rundweg Nr. 3 (2 und 1 wären wohl einfacher gewesen). Ein Geländelauf der Extraklasse. Buschenschank Aufegger besuchte ich persönlich. Falkerthaus und Lärchenhütte waren in Griffweite. Mit knurrendem Magen gings zurück zu den Appartements. Kurz in die Sauna (Zirbensauna mit 90°) und dann war es soweit. Abendessen im Haupthaus Berghof. Wild. Gut, zart und genug. Kulinarik wie sie in Bad Kleinkirchheim groß geschrieben wird.

Über die Länge der Nachtruhe schweige ich. Tags darauf mit Wehmut Abreise - trotz 3 cm frischem Powder. Abreise mit einem Versprechen. Ich komme wieder.

Was uns gefallen hat:
_Pistenpräparierung
_Pistenschwierigkeitsgrade
_Höflichkeit der Liftbetreiber
_Möglichkeit die Thermen zu nutzen
_Hüttenangebot
_Apres Ski (Laufstrecken - nicht Tanzen)

Was uns nicht gefallen hat:
_Wetter (aber hier kann niemand was zu tun)

Für den Rest waren wir zu kurz zu Besuch.

Freitag, 18. Februar 2011

Bad Kleinkirchheim. Vom Berg in die Therme. Teil 2

Die rote Nochalmbahn führte uns auf 1870 Metern Seehöhe. Oben ausgestiegen erblickten wir sofort den Verbindungslift Nr. 15 (Panoramalift). Ein mäßig steiler Einzelschlepplift (im Volksmund auch Damenlift genannt) musste genommen werden. Dass es auch über die 17er (Priedröfabfahrt) gehen würde, konnten wir nicht erahnen, weil ortsunkundig und auch nicht sehen, weil es nebelig war. Wir vergnügten uns am flachen Terrain nach oben geschoben zu werden. Während der Fahrt erblickten wir rechts eine von mehreren permanenten Rennstrecken hier im Skigebiet. Die Fahrt durch die Tore, musste also unbedingt erprobt werden. Eine fantastische Bestzeit wurde in den Schnee gezaubert. Der Weg nach oben (mit dem selben Lift) blieb uns aber deswegen nicht erspart.

Jetzt war es wieder einmal Zeit für eine schnellere Abfahrt. Wir nahmen die rote Priedröf und dann die Thermenabfahrt bis zum Priedrötlift. Aufgrund der guten Sicht- und Schneeverhältnisse wurde diese Abfahrt wiederholt. Sie ist nämlich sehr sehr breit und mann kann hier das Tempo sehr auskosten und laaaaange Radien fahren. Dass wenig Skifahrer unterwegs waren, wurde doppelt genossen. Rauf und wieder runter und dann weiter über die Sonnenwiesabfahrt und die Talabfahrt Sonnwiesen zum niedrigsten Punkt des gesamten Skigebietes. Direkt an der Bundesstraße und am Fluß. Diese Abfahrt hatte es in sich. Sie war ein weißes Kunstschneeband mitten grün/brauner Wiesen. Super zum fahren und so richtig sulzig.

Unten hieß es dann die Straße zu überqueren. Besser gesagt zu unterqueren. Ein feiner mit Gummimatten ausgestatteter Eisensteg. Ein vorbildliches Service. Mein Nordica mit 150 Flex dankte es höflich. Auf der anderen Seite angekommen muss mit dem Trattniglift etwas an Höhe dazugewonnen werden (es sind keine 300 Meter Liftspur zu bewältigen) - Ziel die Maibrunnbahn um an die Nordostseitigen Hänge des Skigebietes zu gelangen. Mit gute präparierten Skiern ist der Schuss-Tranfers problemlos zu überleben.

An der Maibrunnbahn entdeckten wir dann etwas sehr erfreuliches. Gratis WLAN! Chapeau. Heute keine Selbstverständlichkeit. Denn da und dort wird noch bis zu € 3 für 1 Stunde Internet verneppt. Die Gelegenheit wurde genutzt. Emails Check. Geld muss ja auch irgendwo herkommen. Dann ging es hinauf. Und Petrus schien es hier mit uns gut zu meinen. Es klarte kurzerhand leicht auf.






Perfekteste Bedingungen also. Der Schnee hier war griffig - logisch. Nordosthang und 1.700 Meter Höhe. Wir nutzten die Gunst und schossen ins Tal. Schwung für Schwung machten sich die Glückhormone bemerkbar. Carving Feeling vom Feinsten. Das Spiel mit den Fliehkräften auf einer breiten, fast menschenleeren Piste. 4 km für wahre Speed-Junkies. Gesäß fast im Schnee (wir sind ja nicht mehr die Jüngsten udn die Bandscheiben meckern schon). Skispitzen immer Richtung Fallinie. Der Sulz im unteren Drittel der Piste wurde einfach gekonnt und mit viel Gefühl auf Seite geschoben.

Maibrunnbahn die Zweite. Diesesmal aber wurde oben mit dem Bachlift der heiß ersehnte Weg zu Franz Klammer Piste eingeschlagen. Feststellung beim Bachlift: Die ansteckende Freundlichkeit der Liftwarte. In diesem Fall wurde sogar laut Musik gespielt. Oldies die jeden von uns mit guter Stimmung anstecken.

Dann war sie da. Frau Majestet. Die Franz Klammer Piste. Wir standen am Franz Klammer Stich (8a). Dieser war leider gesperrt.


Schade. Wäre bei rennmäßiger Präparierung auch schwer zu fahren. Hatte schon was von steil. Wir nahmen statt der FIS Piste die Strohsackabfahrt (cooler Name) und die Talabfahrt Strohsack und mussten fesstellen, dass das nicht die Rennstrecke war. Unten bei der Kaiserburgbahn (das ist jene nebem dem Thermal Römerbad) war klar - wir mussten nochmals rauf um dann zu Franz Klammern.

Kaiserburgbahn. Das sind auch 13 Minuten Erholung. Mit den Abschnitten I und II geht es auf den Höchsten Punkt des Skigebeites. Knapp über 2.000 Metern. 3.700 Meter Länge misst diese Bahn. Wir hatten also Zeit ein wenig zu quatschen. Glück dass ein Skilehrer samt Kinder in unserer Gondel verharrte. Wir bekamen Skiinfos aus erster Hand. Das Panorama oben bliebt uns verwehrt. Hier war es ziemlich nebelig, so dass wir den Muldenlift und den Hirschsprunglift ausließen. Schade, dann 2 schwarze Abfahrten auszulassen - tat weh.

Leider war auch die K70 gesperrt. Das ist wohl die einzige Piste, welche hier im Skigebeit nicht künstlich beschneit wird. Zu wenig Schnee also. Knappe 5 km für 1.000 Höhenmeter. So was reizt. Aufgehoben ist nicht aufgeschoben!

Durch den Nebel zogen wir unsere Schwünge Richtung Strohsack Talstation. Wir mussten diese Verbindung nehmen, um wieder zur Franz Klammer Piste zu kommen. Dort, wo sich der Start der Männerabfahrt befinden "könnte". Wir sagen könnte, denn nix deutet dort oben darauf hin. Wer sich also ein Starhäuschen oder irgend ein Schild erwartet, der wird vergebens suchen. Wir haben deshalb einen Start simuliert. Uns vorgestellt, wir würden an den Start gehen. Vorbei an vielen Fans und anderen Rennfahrern. Die Serviceleute warteten schon. Wir wurden in die Bindungen gedrückt und schon ging es los. Anfoch lafn lossn.

... Fortsetzung folgt.

Donnerstag, 17. Februar 2011

Bad Kleinkirchheim - vom Berg in die Therme. Teil 1.

Snowcialmedia auf den Spuren einer Legende. Einer österreichischen Skilegende namens Franz Klammer. Die Spur besser gesagt das Navi führte uns nach Bad Kleinkirchheim. Bekannt war mir das Skigebiet bis jetzt nur aus Funk und Fernsehen. In Erinnerung hatte ich noch die Siege von Massimiliano Blardone (RTL) und Benni Raich (SL) auf der Franz Klammer Abfahrt aus dem Jahre 2007 - gesehen live im TV. Herrliche Bilder. Im Vordergrund ein Skirennen und im Hintergrund Menschen die baden.

Aus Linz kommend ist Bad Kleinkirchheim in nur 303 Kilimetern und in einer Fahrzeit von ca. 3 Stunden zu erreichen. Schuld sind die vielen "Lufthunderter" und die Tunnels auf der A10. Um Punkt 5 Uhr stieg ich ins Auto, um die Destination knapp nach 8.00 Uhr zu erreichen. Erstmal Kaffee. Und ich musste feststellen, dass es nicht viele Möglichkeiten gab, einen solchen zu bekommen. Beim Abfahren der Straße von einem Ende der Ortschaft zum anderen tote Hose. Ich musste zurück und fand neben dem Tourismusbüro eine feine Bäckerei. Dort wurde geschlemmert. Mit von der Partie auch @Eaglepowder , extra angereist aus Wien (eigentlich eingeflogen gemessen an den 3 Stunden Fahrzeit). Das Wetter war leider bewölkt. Leichtes Schneegrieseln. Die Vorschau meinte es mit der Sicht nicht gut mit uns. Aber Herr Wadsak hatte nennenwerten Schneefall für Kärnten und Osttirol vorausgesagt. Hoffnung auf Powder keimte auf und kompensierte den Rest.  Im Tourismusbüro holten wir uns 2 Karten ab (ja, wir haben geschnorrt), um dann direkt Richtung St. Oswald zu fahren. Wir haben uns entschieden, das Skigebiet von der Brunnach Nationalparkbahn aus zu inspizieren. Gegen 9.15 Uhr saßen wir in der Gondel. Gespannt was wohl auf uns zukommen würde. Mit uns treue Begleiter: das Smartphone und eine Kamera. Wir sind ja nicht zum Spass hier. Die Arbeit namens "Geotagging" war zu erfüllen. Berg- und Talstationen, Hütten, Pisten und andere Highlights im Skigebiet sollten erfasst werden (falls diese es noch nicht waren), um Voraussetzungen für "location based marketing" zu schaffen.

Oben das mächtige "Nock in" Panoramarestaurant auf 1.908 Metern Seehohe. Wir schnallten uns die Ski an und kosteten zum ersten Mal den Bad Kleinkirchheimer Schnee aus. Keine 200 Meter gefahren und schon die erste Erkenntniss. Noch nie so viele Schneelanzen auf einmal gesehen. Die kompletten Pisten (außer die K70 - dazu später) sind beschneibar. Und das erstaunliche: die Lanzen stehen teilweise schön aneinandergereiht (mit genügend Abstand) teils mitten in der Piste. Nicht am Rand wie wir es sonst gewohnt waren. Der Schnee hier oben war perfekt. Bestens präparierte Teppiche mit knappen 0,5 cm Neuschnee. Unter den Skiern ratterte es Sinfonien. Bei jedem Schwung. Es war ein Sound, den man einfach genießen musste.

Als ortsunkundige Skitouristen mussten wir immer darauf Acht geben richtig zu liegen. So wurde da und dort die klassische 16 x gefaltete Skipanoramakarte aus den Taschen hervorgezaubert. Und wer Erfahrung mit solchen Karten hat, der weiß, welche Überraschungen eine solche stets auf Lager haben kann. Die erste erlebten wir am Spitzegg. Laut Karte hätte in Fahrtrichtugn Lift schauend links eine Piste sein sollen (Rosennockabfahrt), doch der Ausstieg vom Spitzegglift war links. Kurze Diskussion und wir folgten einem Ziehweg, der uns hinter dem Berg (das ist gleichzeitig die Lösung des Rätsels von vorher: wo mag die Piste sein, wenn wir nicht aussteigen dürfen) herum zum besagten Rosennockabahrt und dann zur Wiesnernockbahn führte. Die Rosennockabfahrt war ein Genuss pur. Steil, übersichtlich und perfekt griffig. Hier schossen wir auch die ersten Reportagefotos und drehten unseren ersten Kurzfilm.

Die zweite Überraschung des Tages (ja, wieder so eine Panoramaskikartenüberraschung) bescherte uns die "Höhenabfahrt" vom Wiesernock zur Nockalm. Die Piste 18 hat eine Länge von 1.100 Metern. Lang. Länger, wenn man bedenkt, dass sie nur 100 Höhenmeter hergibt. Gute Hocke und einen schnellen Ski. Unsere Empfehung, wer diese Passage ohne Langlaufausflug bewältigen möchte.

Wir wählten die direttissima hinunter zur Nockalmbahn. Einmal Nr. 19 bitte. 700 Höhenmeter ins Ungewisse. Denn mittlerweile hatte sich etwas Nebel über die baumfreie Nockalm gesenkt. Die Sicht war schlecht. Glücklicherweise trug @Eaglpowder eine orange farbene Skijacke. Ich schickte ihn also voraus und musste dann nur dem Licht folgen. Die Wiesnernockabfahrt hatte es in sich. Knappe 4 km ohne Menschen. Carvingfeeling vom Feinsten. Mein Head Race GS mti 21 Meter Radius dankte es mir mit saubester Linienführung und tiefen Furchen in die frisch präparierte Piste. Erste "Verschweißerscherscheinungen" unter dem Helm machten sich bemerkbar. Oben hart. Unten weich. Teilweise schon Sulz. Und es war erst zehn nach zehn.

Wir hatten aber keine Zeit zu verlieren. Einstieg in die Nochalmbahn - nicht ganz die modernste - aber immerhin sicher.

... Fortsetzung folgt.

Montag, 17. Januar 2011

Brot und Spiele 2.0. Die Hahnenkammrennen.

Kitzbühel 2011. Das ist wie Kitzbühel 2010, 2009, 2008 und wie alle Kitzbühel vorher. Ein Abfahrtsrennen und ein Slalom (seit einigen Jahren auch ein Super G). Derartige Rennen gibt es über das restliche Jahr gesehen viele. Wieder und immer wieder. Aber Rennen sind nicht gleich Rennen. Kitzbühel zählt in der Abfahrt sicher zum bekanntesten Klassiker. Viellicht noch das Lauberhornrennen - aber wohl eher "nur" für die Schweizer. Und das aus Gründen. Kitzbühel ist einfach eine starke Marke im FIS-Rennkalender.  Die stärkste Marke. Nicht nur das gesamte Event, die klassische Abfahrt als solche, sondern jede einzelne Passage der "Streif" - und sei sie noch so klein oder flach. Da ist einmal das Starthaus (gleicht mittlerweile einem Mega Audi Autohaus), die Mausefalle, die Einfahrt Steilhang, der Steilhang selber, der etwas gemütliche Mittelteil (Brückenschuss, Gschöss, Alte Schneise, Seidlalm, Lärchenschuss, Oberhausberg) und dann die Hausbergkante, die Querfahrt mit Zielschuss und Zielsprung. Aus Marketingsicht eine perfekte Inszenierung. Dazu kommen die Prädikate mit denen die mediale Berichterstattung Jahr für Jahr prahend spielt und Leser bzw. Zuseher versucht emotional an das Rennen zu fesseln. Wenn wir uns dann noch die Bilder von der Strecke ansehen, können wir beobachten, dass es Jahr für Jahr immer wieder neue Bestrebungen gibt, die Streif noch spektakulärer, noch pompöser, noch gefährlicher zu machen, als sie es eh schon ist. Zeitlupen, Zeitlupen von Zeitlupen, Mega Zeitlupen, Krankameras, Helmkameras, Anaylsen, Geschwindigkeitsmessungen, Red Bull Torbogen über die Piste, Startnummern mit den Namen der Rennfahrer (gibt es nur in Kitzbühel), ein eigenes Zielhaus, Live Übertragung des Abschlussrennens sowie der Startnummernverlosung ... Kitzbühel 7 Tage die Woche, 24 Stunden am Tag; fast.

Kitzbühehl ist eine eierlegende Wollmilchsau. Ein fixes Millionengeschäft mit enormer Zugkraft. Sehen und gesehen werden. Highest Society. Auch wenn es in die Hose gehen sollte - es findet sich auch dafür ein Sponsor, der sich das vergolden lassen würde (vorschlagen würde ich dafür Hugo Boss).  Kitzbühel ist das Treffen der Obersten und der Untersten. A bis Z Promitreffen. Auf der einen Seite Polo Turniere, VIP-Auflauf in Rosiis Sonnbergstub'n, die legendäre Weißwurstparty beim Standlwirt (die Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit) und auf der anderen Seite die Camper, welche mit ÖBB Zügen anreisen, die Nacht in der Kitzbühler Altstadt verbringen (Club Take-Five ist hier ein guter Tipp) und vielleicht Tags drauf eines der Rennen erleben. Vielelicht.


Kitzbühel ist ein Stück Österreich. Ein großes Egostück. Die wohl geschwellteste Brust des Landes neben dem Obernball, das Neujahrskonzert und den Salzburger Feststpielen. Wir sind Kitzbühel - für ein ganzes Wochenende. Plus, minus.

Kitzbühel ist aber auch Strategie. Konzept. Und eine penible dramaturgische Umsetzung. Die Rollen sind klar verteilt. Alles was mit Kitzbühel zu tun hat wird vermarktet. Vom einfachen Soldat, der bei der Pistenpräparierung mithelfen (muss) über den Merchandisingverkäufer im Zielgelände über den eigentlichen Hauptdarsteller, nämlich der Rennfahrer. Und da gibt es jährlich die üblichen Verdächtigen. Österreich gegen den Rest der Welt. Schweiz und Verbündete. Wehe, ein nicht rot-weiß-roter traut sich schneller zu sein als einer der Hausherren.

Kitzbühel sind eigentlich 10 - 15 mal knapp über 2 Minuten (so viele Läufer kommen in die engste Auswahl, den Sieg unter sich auszumachen). In Summe als nicht mehr als 30 Minuten Spannung, Nervenkitzel und perfekter Skirennsport. Diese werden so was von in die lääääääääääääääääääääääänge gezogen. Für die Unterhaltung. Für das Marketing. Für den Mythos. Für die Sponsoren. Für die Politik. Für den Sport. Für den Wurstsemmelverkäufer. Für den Fallschirmspringer. Für Österreich. Für die ganze Welt.

Sonntag, 9. Januar 2011

Klippitz - Resümee

Was mir gefallen hat:

_das Almhüttendorf. Sieht man von der mangelnden Schallisolierung ab. Große Zimmer, Sauna, 3 WC's, 2 Bäder und vor allem ein großer Gemeinschaftsraum. Und die Nähe zur Piste (eigentlich mitten auf der Piste).

_das Schneeschuhwandern. Leichte bis anspruchsvolle Runden mitten in einer sehr schönen windgeschützten und verschneiten Landschaft. Herrliche, fast kittschige Sonnenauf- und untergänge. Ruhe. Stille. Entschleunigung pur, wenn man nicht den Ehrgeiz hat, die Runden in Rekordtempo zu gehen.

_der Gipfelsieg am Geierkogel. War sehr gut fürs Ego.

_die Pisten. Es gabe Schnee (vor Weihanchten). Es gab Regen (zu Weihnachten). Es gab Kälte (Polarkälte). Und es gab die Schneekanonen. Die Bergbahnen leisteten perfekte Arbeit und zabuerten täglich einen weißen  Teppich in die Landschaft. Guter Kanteneinsatz war doch gefragt. So kamen auch die guten Fahrer auf Ihre Rechnung und zu Ihren Spatzen in den Oberschenkeln.

_die Kochkünste meiner Hüttenkomilitonen (die sind leider nicht im Preis innbegriffen und auch nicht für jeden zu haben).

_das tägliche Ofenfeuer. Romantisch. Warm. Beruhigend. Und vor allem Gratis. Das Holz ins nämlich im Hüttenpreis inbegriffen. Nicht aber der Strom. Also Hände weg von den Elektroradiatoren. Kalte Schlafzimmer sind ja viel besser zum Kuscheln. 

_das Ausbleiben des Hüttenkollars. Es gab immer was zu tun.

_wenig Remmidemmi. Exzessives Apres Ski und Co. sind zum Glück woanders zu Hause.

_Hütten (nicht die bewohnbaren). Solche gibt es im Gebiet viele. Sehr viele im Vergleich zur Größe. Moselebauer, Grünhütte (keiner Geheimtipp). Hohenwart Hütte, Steinkogelhütte, Kuhgrabenhütte ... Zu empfehlen eine Hüttenrally - immer der Sonne entgegen.

_der Zubringerdienst und der Abholservice. Nicht empfehlenswert ist, die Hütten vom Parkplatz im Do-it-yourself Modus zu erreichen. Da hilft ein Ski doo oder ein Ratrac. Und die stehen - fast 24h zur Verfügung. Fast.

_das Gratiskino. Vor allem von Hütte 5. Hier tanzen täglich die Pistenraupen vorbei. Nächtens. Kraftvolle Lichtspielunterhaltung.

_der schlechte A1 Empfang. Web 1.0 wie damals. Sobald man sich daran gewohnt hat.

_der Pistenplan. Aus Gründen.



Was mir nicht gefallen hat:

_manchmal ich mir selber. Aber das wäre wieder eine andere Geschichte.

_der schlechte A1 Empfang. Weil ich generell was gegen Werbelügen habe. EDGE Netz ist heutzutage etwas wenig.

Klippitz - Tag 7, 8 und die Abreise

Tag 7 und 8, das ist der 2. und der 3. Tag im Jahr. Nix Besonderes. Business as usual. Die Seuche schwächt nach wie vor ein paar Crew Mitgleider und die Wehwehchen nehmen da und dort zu. Die erste Spur wurde wieder nicht geschafft, Eier zum Frühstück waren noch vorrätig und die PS2 sowie Wii Aktivitäten nahmen kein Ende.

Dafür wurde am Abend experimentiert. So gab es Kärntner Kasnudeln, Kaiserschmarrn und Palatschinken. Nicht hintereinander - oder fast nicht.






Bemerkenswert, wie anfänglich niemand den Kaiserschmarrn und die Palatschinken kochen konnte und dann aber beständig seinen Senf dazugab. Viele Köche verderben den Brei und ausnahmen bestätigen die Regel. Beides zu getroffen und alles hat geschmeckt.

So kam, was kommen musste. Abschied vom Almhüttendorf. Abschied vom Klippitztörl. Hütte ausräumen. Hütte putzen. Lebensmittelreste aufteilen. Abschied nehmen. Aber wir kommen wieder. Hoffentlich.




Eine Supervision, eine Rückblick, eine Zusammenfassung gibt es in einem getrennten Beitrag. Subjektiv objektiv betrachtet.

Samstag, 8. Januar 2011

Klippitz - Tag 6

Tag 6 ist zum Großteil Tag 5 (siehe Klippitz - Tag 5) und sonst Katerstimmung, Kopfweh, Analyse und vor allem Schilderungen. Ach ja und ein Traumtag. Sonne und das Klippitztörl von seiner Besten Seite.


Ziemlich interessant die Schilderungen von den Einzelnen über den vergangenen Abend und die vergangene Silvesternacht. 5 Menschen, 5 Versionen. 5 Wahrheiten. So ist es halt. Das bleibt aber trotz Blog und Social Media geheim. Gut so. Denn das Netz ist schon voll genug davon.

Tag 5 am Klippitzörl war ein "faule Sau Tag". Kein Skifahren. Dafür ein spazieren gehen. Der Sonnenuntergang einfach genial.






Prosit Neujahr 2011.

Wir lesen uns.